Neue Energie für Bayern

12 07 10 | Blogeinträge

NOlympia-Brief an IOC Präsidenten Rogge

Anlässlich des Ausstiegs von Oberammergau aus der Bewerbung schrieb ich einen Brief an den IOC Präsidenten Jaques Rogge

Anlässlich der Veränderungen im Olympiabewerbungskonzept durch das Ausscheiden von Oberammergau als Austragungsstandort habe ich  einen Brief an den Präsidenten des IOC gesandt.

Darin kritisiere ich weiterhin die verheerenden finanziellen und ökologischen Konsequenzen für die Austragungsgemeinden. Auch der fehlenden Rückhalt der Bevölkerung - selbst in München mit unter 70% - und der erfolgreiche Protest in der Gemeinde Oberammergau zur Verhinderung der Spiele in ihrer Gemeinde, unterstützt die Kritik an dem vorliegenden Konzept der Bewerbung.

Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „NOlympia“ fordere ichn das IOC  auf, das Konzept der Spiele hinsichtlich der finanziellen und ökologischen Auswirkungen zu überarbeiten und entsprechende Standrads für den Vergabe-Wettbewerb zu erlassen.

KOMMENTARE
  • Sehr geehrter Herr Hartmann,

    ich habe hohen Respekt vor Ihrem Engagement
    gegen die Olympiade 2018. Ich sah Sie gestern auch in der Münchner Runde und kann Ihren Argumenten nur zustimmen.
    Wir sind immer noch im 'alten Rom' mit 'Brot und Spielen' beschäftigt und das nach diesem Finanzdesaster insbesondere auch der Landesbanken. Dass Politiker mit Geld nicht umgehen können, kommt hinzu.
    Grotesk ist weiter, dass Infrastruktur-Maßnahmen angebeblich nur über olympische Geldverschwendung erreicht werden können.
    Dass die Garmischer Bauern sich wehren ist i.O..

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren weiteren Aktionen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gerd Backhaus

  • Ich bin stolz auf unsere garmischer und oberammergauer Bauern, die in der Tradition von Graf von Staufenberg und der weißen Rose gegen diesen Olympiairrsinn kämpfen und damit schwere Probleme mit der mächtigen Olympialobby rsikieren.

    Auch wenn die damaligen Verhältnisse nicht vergleichbar sind, der Grundgedanke ist der Gleiche.

    Nun warte ich darauf, bis die wackeren Bauern mit Polizeiknüppeln von den Wiesen ihrer Vorfahren geprügelt werden.

    Ich hab ja nichts gegen Sport - aber doch nicht in einem der letzten naurlandschaften Bayerns solchen Komerz - Irrsinn von zugedopten "Sportlern". Die CSU hat uns Bürger einst beschützt - nun verrät sie uns.

  • Guten Abend Herr Hartmann,

    ich habe in der Münchener Runde gesehen und ihr radikales nein zu München erkennen müssen, mich interessiert nun wie Sie zur WM 2006 in Deutschland standen? Weil auch bei diesem Großereignis mit Steuergeldern in Vorleistung gegangen wurde und wie unser Image nun im Ausland ist. Auch ist Deutschland ein sehr Sport ,ins besonders Wintersport begeistertes Land im Gegensatz zu Italien wo Wintersport außerhalb von Südtirol ein Schattendasein führt. (z.B. WM in Oberstdorf vs. val di Fiemme )

    MFG Philipp

    ANTWORT:

    Sehr geehrter Herr Philipp,

    Vielen Dank für ihre Anfrage.
    Aus meiner Sicht lässt sich die Fußballweltmeisterschaft 2006 kaum mit der Bewerbung “München+2” für die olympischen Winterspiele 2018 vergleichen: Die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland fand in Gänze in Metropolregionen statt, in denen für Massenevents ungleich bessere Infrastrukturbedingungen gegeben sind als in Gemeinden mit 25953 (Garmisch-Partenkirchen), 5314 (Schönau) oder 3250 Einwohnern (Ohlstadt). Von den 12 Spielstätten bestanden 10 bereits und mussten lediglich an gleicher Stelle auf den neuesten Stand renoviert werden. Alle WM-Stadien konnten einer Nachnutzung zugeführt werden, selbst das aufgrund des Regionalproporzes umgebaute Stadion in Leipzig kann als Veranstaltungsort für Konzerte und neuerdings zumindest auch für Regionalliga-Fußball nachgenutzt werden.

    Fußball ist als Sport nicht so klimaabhängig wie der Schneesicherheit benötigende Wintersport. Ohne den Wintersport-Fans zu nahe treten zu wollen, aber an die Popularität des Fußballs kommt die Winterolympiade sowohl in Deutschland, als auch weltweit bei Weitem nicht heran. In Vancouver nahmen 82 Nationen teil, wobei nur 51 Länder mehr als 3 TeilnehmerInnen und 32 Länder mehr als 10 TeilnehmerInnen stellten. An der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nahmen 204 Länder teil. Fußball wird allein in Deutschland von über sechseinhalb Millionen Vereinssportlern in über 27.000 Vereinen betrieben. Marktanteile bei der Übertragung von Spielen der Fußball-WM von 89,2% und 31,1 Mio. Zuschauern an den eigenen Fernsehgeräten, also ohne Public Viewing, stellen auch für den olympischen Wintersport unerreichbare Höhen dar.

    Ich habe, wie meine Partei, den WM-Zuschlag aus dem Jahr 2000 ebenfalls begrüßt. Regional gab es jedoch unterschiedliche Zielkonflikte. In München haben wir uns für einen behutsamen Umbau des Münchner Olympiastadions ausgesprochen. Dieser scheiterte leider an den Interessen der beiden großen Münchner Fußballvereine und am Einspruch des kürzlich verstorbenen Architekten Günther Behnisch. Aufgrund der prekären Lage im FFH-Gebiet der Fröttmaninger Heide, den hohen öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur des Stadions, wie Autobahnzufahrten, etc., des hohen Flächenverbrauchs und der vor allem aus städtischer Sicht ungünstigen Konkurrenzsituation zum Olympiapark, haben die Münchner Grünen beim Bürgerentscheid 2001 dafür geworben, einen Stadionneubau abzulehnen. Am 21.10.2001 sprachen sich jedoch 65,8% für einen Stadionneubau aus. Zumindest wurde das Münchner Stadion an sich komplett von privater Hand finanziert.
    Wir Grüne in Bayern haben z.B. die seitens der Staatsregierung dilettantisch durchgeführten Planungen zum Begleitprogramm der Fußball-WM in Bayern oder auch die damit zusammenhängenden Beraterverträge stets kritisch hinterfragt.

    Trotz dieser und anderer Kritikpunkte, wie dem ebenfalls äußerst kritisch zu sehenden Vertragswerk der FIFA, die erst in den letzten Jahren vom IOC als weltweit intransparenteste Organisation abgelöst wurde, und den immer noch zu hohen Anteil öffentlicher Bürgschaften und Investitionen in die Sportstätten (auch wenn der Anteil privater Investitionen in die olympischen Wintersportstätten ungleich geringer ausfallen wird!), hoffe ich Ihnen dargelegt zu haben, warum sich meiner Ansicht nach die jetzt vorliegenden Planungen der Bewerbungsgesellschaft für die Olympischen Winterspiele 2018 kaum mit der Durchführung der Fußball-WM 2006 vergleichen lassen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr

    Ludwig Hartmann

  • Hier in Düsseldorf hat ein Aktionsbündnis "Hände weg von den Rheinauen" durch 1 1/2 - jährigen Protest wesentlich dazu beigetragen, dass Düsseldorf nicht deutsche Bewerberstadt für die Olympischen Sommerspiele 2012 wurde. Aufgrund der reichen Erfahrungen, die wir dabei gemacht haben, könnten wir Ihnen vielleicht hilfreiche Tipps geben, wie Olympia 2018 wirksam zu verhindern wäre.

    Sie können mich auch unter XXXXXXXXXX (im Sinne des Kommentierenden vom Administrator gelöscht) telefonisch erreichen (vom 4. bis 15.8. allerdings in Urlaub).

    Mit freundlichen Grüßen!

    Helmar Lang

  • Bitte bleiben Sie hart und lautstark. Nur wenn es bis zum IOC durchdringt, daß die Mehrheit der Bevölkerung die Spiele ablehnt, geht dieser Kelch an uns vorüber.
    Unterstützen Sie die Bauern in ihrer Ablehnung, sie und ihre Kinder haben nichts von den übrig bleibenden, leer stehenden Olympiaruinen und der zerstörten Landschaft.

    Till Wolfart

  • Ein Glück für Oberammergau, wie es gekommen ist. Der Dank gebührt den Eigentümern der Grundstücke, die sich nicht mit vagen Versprechungen (in Form von Verträgen!) abspeisen ließen. Gut auch das Engagement derer, die das Bürgerbegehren starteten, das nun nicht mehr durchgeführt wird - schade: dadurch hätte man den Grad der Zustimmung/Ablehnung herauslesen können.
    Ich persönlich bin froh, dass wir alle aus der Sache heraus sind und ich selbst nichts mehr machen muss. Mit meiner Kritik an der Politik der Gemeinde und an der Leitung er Passionsspiele (veröffentlicht auf "ufo-oberammergau. de" und "alles-ueber-oberammergau.de"
    habe ich schon Ärger genug.
    Jetzt also Schwaiganger bzw. Ohlstadt. Alles was an Oberammergau negativ war, ist es dort auch. Besser ist die Verkehrssituation und - scheinbar - die Besitzverhältnisse, jedoch: nun werden halt nicht ein paar Bauern um ihr Land gebracht, sondern alle bayrischen Bürger. Noch schlechter als in Ogau: das Gelände liegt noch viel tiefer, und niemals hat es dort auch nur ein paar hundert Meter Loipe gegeben.
    Widerstand aufrechterhalten ist das Gebot der Stunde. Ihre Forderung, die Winterspiele grundlegend zu reformieren ist der einzige Weg. Es kann nicht sein, dass einem willkürlichen Konzept - München + 2 - ganze Talschaften geopfert werden, weil man annimmt, dass die hohen Herren des IOC das so wünschen. Dann müssen diese Herren halt umdenken, bevor zumindest in Europa mit seinem Platzmangel für alles nirgendwo mehr die Spiele veranstaltet werden können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Klaus Höldrich

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